Aktuell
Wir haben in von Anfang Mai bis Ende Dezember 2011 in zwei Kursen in Uslar Integrations- und Umweltlotsen, in Göttingen gleichzeitig im Rahmen eines weiteren Kurses Elternlotsen ausgebildet. Alle Teilnehmer zeigten sehr großes Interesse an den Inhalten der Kurse, waren motiviert bei der Sache und haben die Kurse erfolgreich abgeschlossen. Viele der Teilnehmer sind bereits in den verschiedensten Bereichen ehrenamtlich tätig. Nun wollen sie ihr gesellschaftliches Engagement um die Tätigkeit als Integrations-, Eltern- und Umweltlotsen ausweiten. 

Sie wollen die in den Kursen erworbenen Kenntnisse und Fertigkeiten einsetzen, z.B. in der Nachbarschaft, im Bekanntenkreis, überall dort wo sie gebraucht werden. In der Lotsentätigkeit sehen sie eine sehr gute Möglichkeit, gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen.

Viele der Absolventen haben bereits ein Tätigkeitsfeld für ihr ehrenamtliches Engagement als Lotse entdeckt.

 

Für 2012 planen wir ein Eltern- ein Umwelt- und ein Hochschullotsenkurs in Göttingen.

Ab Anfang Mai 2011 wird Luminis e.V. in Uslar/Landkreis Northeim im Rahmen des Integrationslotsenprogramms der niedersächsischen Landesregierung einen Integrationslotsenkurs durchführen. 


Bericht aus der HNA vom 18.05.2011

Lotsen für mehr Integration

Uslar. Die ersten Treffen der künftig zertifizierten Integrationslotsen in Uslar haben stattgefunden. Markus Kettermann und Levent Gencel vom Verein Luminis bilden zehn ehrenamtliche Lotsen für mehr Integration zunächst in einem Basiskurs in den Räumen der Albert-Schweitzer-Fachschule an der Jahnstraße in Uslar aus.
© Dumnitz

Projektstart: Die Referenten des Göttinger Vereins Luminis, Markus Kettermann (stehend von links) und Levent Gencel, haben den Kurs für ehrenamtliche Integrationslotsen in Uslar begonnen. Vorn im Bild einige der Kursteilnehmer.

Ab Herbst soll ein Spezialisierungskurs mit den Teilnehmern beginnen.

Den Luminis-Referenten Kettermann und Gencel geht es in dem für Teilnehmer kostenlosen Kurs um mehr Integration von Ausländern in Deutschland. Themen sind Migranten, Denkweisen, Eingliederungskonzepte, juristische Grundlagen, Kommunikationsmodelle, interkulturelle Kompetenz und Formen der Zuwanderung.

Die zehn Teilnehmer, die namentlich nicht genannt werden wollen, sind aus den unterschiedlichsten Gründen dabei. Eine Frau hat 30 Jahre lang im Ausland gelebt und ist dort gut aufgenommen worden. Jetzt lebt sie in Uslar und will sich für ein verständnisvolles Miteinander von Einheimischen und Migranten einsetzen.

Ein Mann hat eine Frau aus Weißrussland geheiratet. Er kennt Integrationsprobleme aus eigener Erfahrung und will sein neues Wissen später auch beruflich nutzen. „Es gibt immer was zu lernen, auch für mich als sozial engagierter Mensch“, sagt er.

Ein Ehepaar aus zwei unterschiedlichen Kulturen weiß aus seinem Leben, wie wichtig eine Hilfe bei der Integration ist. Die Ehefrau wünscht sich viel mehr Aufmerksamkeit für dieses Anliegen.

Eine Holländerin, die zeitweise in Uslar lebt, hat bereits mit vielen Menschen verschiedener Kulturen gearbeitet. „Man kann gut voneinander lernen, um ein besseres Verständnis füreinander zu entwickeln“, sagt sie.

Eine andere Frau aus Uslar ist der Ansicht, dass heute viele Ausländer mit uns leben und man sich deshalb auf die multikulturelle Gesellschaft einlassen muss. Sie pflegt Kontakte zu Menschen mit Migrationshintergrund. „Das hat mich bereichert“, sagt sie.

Ein Italiener in der Runde sagt, dass Deutschland für die Menschen im Land sein Bestes gebe und er deshalb auch seinen Beitrag zur sozialen Integration leisten wolle.

Gencel und Kettermann greifen die Erkenntnisse der Teilnehmer auf und liefern weitere Themen, um durch Verständnis und Dialog die Integration zu fördern. Am kommenden Samstag treffen sich die Teilnehmer zum Tagesseminar in den Räumen der Uslarer Fachschule. Aus dem eigenen Integrationsverständnis sollen Standards entwickelt werden. (jdx)


 

Bericht aus der HNA vom 23.03.2011

Verein sucht Helfer für Projekt mit Deutschen und Migranten

Uslar. Mehr Wissen über das Zusammenleben von Deutschen und Menschen aus anderen Nationen will im Uslarer Land ein Verein aus Göttingen vermitteln. Der Verein nennt sich Luminis und hat sich zum Ziel gesetzt, mit ehrenamtlichen erwachsenen Integrationslotsen für ein verständnisvolleres Miteinander zu werben.

Das Modell Integrationslotsen in Niedersachsen ist nicht neu. Schon seit vier Jahren fördert die Landesregierung derartige Projekte. „Das Uslarer Land war bisher ein weißer Fleck“, sagt der Politikwissenschaftler Markus Kettermann (40), der freiberuflich in der Projektentwicklung mitarbeitet. Mit dem Sozial- und Wirtschaftswissenschaftler Levent Gencel (40) hat sich Kettermann eine bessere Integration von Menschen, die hier leben, aber aus einer anderen Nation stammen, zum Ziel gesetzt.

Der Verein Luminis will mit Kettermann und Gencel ab Mai dieses Jahres einen für die Teilnehmer kostenlosen Kurs für Integrationslotsen im Uslarer Land organisieren. Der Basiskurs (24 Termine zu je 1,5 Stunden) soll sich mit den Themen Migranten, Denkweisen, Eingliederungskonzepte, juristische Grundlagen, Kommunikationsmodelle, interkulturelle Kompetenz und Formen der Zuwanderung beschäftigen. Bei Bedarf soll es Aufbaukurse geben.

Menschen aus 60 Nationen

Im Uslarer Land gibt es laut Statistik des Bürgerbüros der Stadt etwa 428 Migranten aus 60 verschiedenen Nationen. Meist sind es Menschen aus dem Libanon, aus der Türkei und aus Polen. Das Projekt Integrationslotsen wendet sich an Deutsche und Migranten, die neu in der Region oder aber schon seit Jahren hier leben und aus unterschiedlichen Gründen noch nicht Fuß gefasst haben.

„Manchmal liegt es an Sprachbarrieren, der selbst gewählten Isolation oder an der fehlenden Bereitschaft zur Integration der Migranten in ihrer neuen Heimat“, sagt Levent Gencel, dessen Eltern aus der Türkei stammen. „Wir wollen Lichtblicke schaffen, die eine Integration möglich machen“, beschreibt der zweifache Familienvater die Zielsetzung seines Engagements. Die ausgebildeten Integrationslotsen sollen später auf die im Uslarer Land lebenden Migranten zugehen und sie ansprechen, um ihnen Hilfe anzubieten.

Kontakt zu Schulen

Gencel und Kettermann wollen auch die Uslarer Schulen ansprechen, weil sie wissen, dass die Kinder von Migranten die deutsche Sprache meist besser beherrschen und sich so ein Zugang zu den Eltern eröffnen kann. Auf Seiten der Migranten gebe es oft Unkenntnis über das Leben der Menschen in ihrer neuen Lebensumgebung. Der Verein Luminis und die Integrationslotsen sollen sich deshalb für ein besseres und respektvolles Miteinander einsetzen. (jdx)

Infos, Kontakt, Anmeldung: Tel. 0551-9967484;

E-Mail: kettermann@luminis-ev.de

 

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